ONKOLOGIE UND TCM

Chinesische Medizin (CM) in der Onkologie

Die Schulmedizin macht in der Behandlung von Krebs immer weitere Fortschritte. Krebsdiagnosen, die vor 20 Jahren noch als unheilbar galten können heute mit den neusten Medikationen und Strategien erfolgreich behandelt werden. Trotzt all dieser Fortschritte stellt die Behandlung mit der Schulmedizin durch ihre toxische Wirkung eine grosse Belastung für den Körper und Geist dar. Genau in diesen Punkten kann die chinesische Medizin ihre Stärken ausspielen und ein gute Unterstützung bieten.

 

Chinesische Medizin wird zur Behandlung von Nebenwirkungen der Operationen, Chemo-, Immun- oder Strahlentherapien eingesetzt.

 

Sie stärkt die Immunfunktion des Körpers und hat einen wirkungsvollen Effekt auf die psychische Verfassung sowie die Schlafqualität.

 

Die Praxis hat in unzähligen Studien und empirischen Erfahrungen bewiesen, dass eine Kombination von chinesischer und westlicher Medizin die Lebensqualität erhöhen und das Auftreten von Rezidiven und Metastasen reduzieren kann.

 

 

In einem ersten persönlichen Gespräch differenziere ich ausführlich die Muster nach chinesischer Medizin und stimme das weitere Vorgehen mit Ihnen ab. Grundlage sind meine Erfahrungen sowie Ihre Anliegen.

Meine Behandlungen beinhalten ein ganzheitliches Denken und werden jederzeit auf die aktuell auftretenden Symptome angepasst.

Fast 90 Prozent der vom Nationalen Krebs-Institut der USA ausgewiesenen Krebszentren empfehlen ihren Patienten Akupunktur und etwas mehr als 70 Prozent bieten TCM bereits zur Behandlung von Nebenwirkungen in der Onkologie an.

Yun,H.J.,Sun,L.&Mao,J.J.J.NatlCancerInst. Monogr. 2017, lgx004 (2017) 

 
 

AUS DER FORSCHUNG

Chinesische Medizin als evidenzbasierte Medizin

Die chinesische Medizin ist nicht mehr einfach nur eine empirische Medizin mit vielen tausend Jahren an Erfahrungswerten, sondern kann sich mehr und mehr als anerkanntes Medizinsystem bei uns etablieren. Dafür braucht es evidenzbasierte Forschung um die Wirksamkeit der chinesischen Medizin bei einzelne Krankheiten oder Symptomen zu bestätigen.

 

Die Studienanzahl steigt seit den letzten 20 Jahren kontinuierlich progressiv an und viele Untersuchungen werden im Bereich Onkologie durchgeführt. Die Datenlage (Stand März 2019) zeigt mehrere hundert Studien im Bereich Krebs, Chemotherapie, Bestrahlung sowie krebsassoziierte Krankheiten wie Depressionen oder Übelkeit und Erbrechen nach Operationen.

Die Effektivität der chinesischen Medizin ist nun keine reine Glaubenssache mehr, sondern wird durch diese vielen wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt.

Dr. Yair Maimon ein versierter Onkologie-Spezialist auf dem Gebiet der CM-Begleittherapie meint dazu: "Akupunktur hat einen enormen Nutzen für Krebspatienten auf allen Ebenen und erwies sich bei Meta-Reviews von über 17.000 Patienten als sicher."

Chinesische Medizin in der ICD-Liste der WHO enthalten

Die 11. Version der ICD-Liste beinhaltet nun auch Diagnosen der Chinesischen Medizin. Dadurch kann eine Diagnose eins CM-Spezialisten in einem Code ausgedrückt werden. Dies vereinfacht das Teilen von Daten erheblich und wird damit die Forschung und Entwicklung positiv vorantreiben.​

Spannende Artikel und Studien im Bereich integrative chinesische Medizin

Empfehlungen von unterschiedlichsten Gesundheitsorganisationen

Gesundheitsorganisationen aus verschiedenen Ländern empfehlen die chinesische Medizin bereits in ihren Leitlinien zur Standart-Behandlung von Krebs. Die untenstehende Übersicht zeigt, für welche Symptome aus dem Fachbereich Onkologie die Gesundheitsinstitutionen aus Australien, USA, Kanada und Grossbritannien die chinesische Medizin empfehlen.

Dazu gehören die nationalen Gesundheits-Departemente der jeweiligen Staaten A, regionale Gesundheits-Departemente B und Nationale Gesundheitsservices C.

BEHANDLUNGSZIELE MIT TCM

Prävention

Die alten chinesischen Ärzte am Kaiserhof erhielten ihren Lohn nur, solange der Kaiser gesund blieb. Daraus entwickelte sich eine hochspezifische Diagnosestellung um eine Krankheit frühzeitig zu erkennen. Auch die Mediziner im antiken Griechenland kannten den berühmten Ausspruch: "Vorbeugen ist besser als heilen."

In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird der gesunden Lebensgestaltung und Harmonisierung von Körper und Geist eine grosse Rolle beigemessen. Durch gezielte Ernährung, ausgeglichene Emotionen, genügend Schlaf und Qi Gong kann die Gesundheit erhalten bleiben.

Behandlung direkter Nebenwirkungen

Durch die intensive Belastung der Chemo-, Strahlen-, Hormon-, oder Immuntherapie können unterschiedliche Nebenwirkungen wie Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, trockener Mund, Neuropathien, Antriebslosigkeit, veränderte Blutwerte usw. entstehen. Hierbei wird direkt mit TCM entgegengewirkt und je nach auftretenden Symptomen interveniert. Aufgrund von Studien und Erfahrungswerten können einzelne Nebenwirkungen von Chemo und Bestrahlung ziemlich treffsicher vorausgesagt werden. Dadurch ist es möglich, bereits vor der entsprechenden westmedizinischen Intervention mit chinesischen Arzneimitteln zu unterstützen, um die zu erwartenden Komplikationen möglichst gering zu halten.

Behandlung von Komplikationen mit Krebs

Die chinesische Medizin umfasst ein riesiges Anwendungsspektrum und eignet sich unterstützend auch auf verschiedenste Komplikationen. Einige Beispiele: Fieber oder Hitzegefühl, Ikterus (Gelbsucht), Aszites, Menstruationsstörungen, Hautprobleme usw.

Erhöhung der Lebensqualität

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einem das Leben zusätzlich erschweren. Sei es ein verspannter Nacken, ein juckender Ausschlag oder müde Augen. Auch für diese Kleinigkeiten haben wir etwas in petto.

 

ZEITLICHER

BEHANDLUNGSVERLAUF

Die Behandlung mit Chinesischer Medizin findet bestenfalls vor, während und nach den Schulmedizinischen Behandlungen statt.

 

VOR der Schulmedizinischen Behandlung

Es ist deutlich einfacher einen kräftigen, energievollen Körper auf seinem Level zu halten, als einen bereits durch starke Therapien geschwächten.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich möglichst rasch nach einer Krebsdiagnose, am besten vor der ersten Chemo, mit der TCM-Therapie zu beginnen.

WÄHREND der Schulmedizinischen Behandlung

Die Schulmedizinische Behandlung wird mit Chinesischer Medizin unterstützt damit die Nebenwirkungen möglichst gering gehalten werden können.

Einige mögliche Beispiele für Nebenwirkungen, welche unter diesen Bereich fallen sind:

 

  • Verminderte Anzahl Zellen im Blut (Zytopenie)

  • Müdigkeit,Erschöpfung

  • Verdauungsprobleme

  • Übelkeit, Völlegefühl

  • Schlafstörungen

  • Hitzewallungen

  • Schmerzen

  • Angstzustände, Depressionen, Stressmanagement

  • Chemosensibilisierung (MDR) Multidrog-Resistance-Protein

 

NACH der Schulmedizinischen Behandlung

Nachdem die Chemo- und Strahlentherapien abgeschlossen sind, liegt der Fokus der Chinesischen Medizin im Aufbauen des Immunsystems, der Behandlung von Erschöpfung und Müdigkeit, die Wiederherstellung der Lebensqualität, sowie präventiven Massnamen zur Verhinderung von neu wachsenden Krebszellen.

 

BEHANDLUNGSANSATZ

Gemäss der Zeitschrift Pharmaceutical Research (Vol. 25, 2018) sind zwischen 40 und 55 Prozent der krebsauslösenden Faktoren auf die Ernährung zurückzuführen. 35 bis 30 Prozent werden dem Rauchen, 15 bis 20 Prozent Infektionen und 4 bis 6 Prozent dem Alkohol zugeschrieben. Es bleiben noch 10 bis 15 Prozent für "andere Ursachen". Die krebsauslösenden Faktoren scheinen somit weitgehenst geklärt zu sein. 

Diese Hinweise sind bestimmt wichtige Indikatoren, doch müsste dieser Ansicht nach durch das Weglassen von Tabak und Alkohol und dem Geniessen einer gesunden Ernährung das Krebsrisiko praktisch ausgeschlossen sein.

Die Chinesische Medizin hat ihre eigenen Anschauungen für die Krebsentstehung. Diese werden mit Feuchtigkeit und Schleim, Qi und Blutstase, latenter und toxischer Hitze, Leerezustände der Organe oder äusseren Krankheitsursachen angegeben. 

Im psychischen Bereich des naturheilkundlichen Denkens stehen Denkansätze wie unausgedrückte oder unverarbeitete Emotionen, negatives Denken über sich selbst oder Sinn- und Ziellosigkeit im eigenen Leben.

 

Welche Medizinrichtung nun richtig liegt muss wohl bei jedem Menschen neu herausgefunden werden. Wichtig ist, dass uns viele Ideen und Konzepte bekannt sind mit denen man individuell und zielgerichtet arbeiten kann. Vereint man diese Konzepte zu einem neuen Ganzen, entsteht eine Medizin, die grösser ist als die Summe ihrer Teile.

 

Mein Ansatz der integrativen chinesischen Medizin ist es, diese Ursachen zu erkennen, eine geeignete Behandlungsstrategie in Zusammenarbeit mit schulmedizinischen Onkologen zu erarbeiten und eine spezifische Therapie anzubieten, die flexibel auf die jeweils aktuelle Situation angepasst wird.

 

BEHANDLUNGSBEISPIEL

Damit Sie sich in etwa vorstellen können, wie eine integrative Behandlung mit Chinesischer Medizin aussehen könnte, habe ich eine theoretische Beispielbehandlung durchgespielt.

Die Behandlung wird jedoch in jedem Fall unterschiedlich ausfallen, da sowohl die Schulmedizinische wie auch die Therapieansätze der Chinesischen Medizin sich individuell anpassen.

Woche 1

Sie erhalten die Diagnose Krebs von Ihrem Onkologen.

Woche 2

Ihre Onkologen und Spezialisten arbeiten eine optimale Behandlungsstrategie für Ihr Anliegen aus.

 

Start mit Chinesischer Medizin.

Beim Erstgespräch wird eine gründliche Anamnese erhoben und die erste Akupunkturbehandlung wird durchgeführt. Anstelle einer Akupunkturbehandlung können Sie sich auch für eine Shonishin-Behandlung entscheiden. Diese Shonishin-Methode benutze ich vor allem bei Kindern, sensiblen oder geschwächten Erwachsenen oder bei Klienten mit Nadelangst.

Sie erhalten die erste Kräuterverschreibung mit dem Ziel, Ihr Immunsystem zu stärken, sowie zur Vorbereitung auf die zu erwartende schulmedizinische Intervention. Je stärker Ihr Körper vor einer Bestrahlung oder Chemotherapie ist, desto grösser ist Ihr Heilungspotenzial und desto besser vertragen Sie die starken Therapiemethoden der Schulmedizin.

Woche 3

Die schulmedizinische Behandlungsmethode steht fest. Ab nächster Woche wird Ihr Tumor 14 Tage in Folge bestrahlt.

Es werden zwei Behandlungen mit Chinesischer Medizin durchgeführt.

1. TCM-Konsultation: Integrative-Onkologische-Ernährungsberatung

Viele Nahrungsmittel haben eine nachgewiesene Anti-Krebs Wirkung. Das bekannteste Beispiel ist der Grüntee bei Brustkrebs. Die Forschung zeigt, dass bei circa 50 Prozent der Frauen mit Brustkrebs der Grüntee einen stark hemmenden Effekt auf die Tumorzellen und deren Neubildung hat. Es kann jedoch nicht nachvollzogen werden, weshalb der Grüntee nur bei der Hälfte der in der Studie analysierten Frauen eine positive Wirkung zeigt. Aus der Sicht der Chinesischen Medizin ist dies einfach zu erklären. Grüntee ist kalt und bitter und leitet Toxine aus. Frauen, welche zu Hitzezeichen wie Nachtschwitzen, Nervosität, Hitzewallungen, einem konzentrierten gelben Urin oder Schlafstörungen neigen, werden durch die kalte energetische Temperatur des Grüntees gekühlt. Zudem leitet der bittere Geschmack die aufsteigende Hitze nach unten.

Wenn nun eine Frau mit Kältezeichen wie Abgeschlagenheit, häufiges Frieren, Lumbalschmerzen und einer Neigung zu losem Stuhlgang jeden Tag ihre drei Tassen Grüntee trinkt, werden sich nicht nur ihre bereits vorhandenen Symptome verschlechtern, sondern es wir dem Karzinom die Möglichkeit gegeben sich weiter im Körper auszubreiten, da das Immunsystem alle Hände voll zu tun hat, die schädlichen Wirkungen des Grüntees auszugleichen.

An diesem einfachen Beispiel möchte ich aufzeigen, wie sich die Kombination einer wissenschaftlich gestützten und einer über 2000 Jahre empirisch getesteten Ernährungsweise kombinieren und zu einem neuen erkenntnisreichen Ansatz erweitern lassen.

2. TCM-Konsultation 

Es wird eine angepasste Akupunkturbehandlung durchgeführt und die Kräuterverschreibung wird mit dem aktuellen Muster, sowie der bevorstehenden Behandlung abgeglichen.

Woche 4

Start der Bestrahlungstherapie.

TCM-Konsultation mit Akupunktur, Anpassung der Kräuterverschreibung.

Es treten Schlafstörungen aufgrund des hohen Stresspegels von Körper und Geist auf. Eine einfache Qi-Gong Übung kann bereits gute Erfolge erzielen.

Woche 5

Die Bestrahlungstherapie geht weiter.

Während der TCM-Behandlung werden Ernährungsfragen geklärt, es erfolgt eine Akupunktur und evtl. wird die Kräuterverschreibung angepasst.

Notfall:

Es zeigen sich starke Nebenwirkungen aufgrund der Strahlentherapie.

Die schulmedizinischen Massnahme beinhaltet das Auftragen einer speziellen Crème auf das betroffene Hautareal.

Sofortige TCM-Konsultation: Sie erhalten eine speziell angepasste Kräuterrezeptur zur unterstützenden Wundheilung und Ausleitung der entstandenen Hitze. Weiter erhalten Sie eine Akupunktur zur Schmerzlinderung.

Woche 6

Die schulmedizinische Behandlung kann durch die sofortige Intervention und Behandlung der Nebenwirkungen fortgesetzt werden.

Durch die innere Anspannung der letzten Wochen schmerzt Ihr Nacken und sie fühlen sich depressiv Verstimmt und haben Motivationsprobleme. Eine Tuina-Massage vor der Akupunkturbehandlung löst die Verspannungen im Nackenbereich und bringt das Qi wieder zum Fliessen.

Woche 7

Die schulmedizinische Behandlung ist vorerst abgeschlossen. Sie müssen auf weitere Befunde Ihrer Onkologen warten.

Woche 7-14

Sie erhalten wöchentlich eine Akupunkturbehandlung. Zum Aufbauen Ihrer Kräfte nehmen Sie weiter Kräuter ein. In der 14. Woche darf ich Sie gesund und munter aus meiner Praxis entlassen.

Ich hoffe, Ihnen einen kleinen Einblick in die Integrative-Chinesische-Medizin gegeben zu haben. Wie bereits oben erwähnt, variiert die Behandlung stark von Fall zu Fall. 

Bei Fragen stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

Claudio Wiget

 

AkupunktCHur | Praxis für chinesische Medizin | Quaderstrasse 18 | 7000 Chur

 

Telefon: 081 250 00 22